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Definitiv ein lohnenswertes Abenteuer (wenn auch sehr teuer). Ein grossartiges Erlebnis. Unvergesslich. Stresstest fuer Mensch und Material. Mexico, Land und Leute sind fantastisch!
Die Organisation der LCP soll zwar viel besser gewesen sein als in den Vorjahren, war aber - fuer europaische Geschmäcker - immer noch sehr chaotisch. Das Roadbook des Veranstalters ist schlecht. Wer wirklich versuchen wuerde nach diesem Roadbook schnell zu fahren, der hat sehr bald einen boesen Unfall. Das die einzelnen Sonderpruefungen von verschiedenen Leuten geschrieben wurden hilft auch nicht; der eine schreibt ne links 3 als links 3, der andere schreibt sie als links 2, was boese ausgehen kann. Christian Geistdoefer hat das bestaetigt; Stig Blomqvist hat bei seinem Sieg vor 2 Jahren sein eigenes Roadbook angefertigt (sind ja nur 3.200 km!) und in La Bufa - welche auch in Gegenrichtung befahren wurde - wurden die selben Kurven bei der Rauffahrt als 3er geschrieben, welche bei der Rueckfahrt als 1er (!) und 2er geschrieben wurden.
Letztendlich braucht es fuer die LCP keinen hochgezuechteten Rennwagen. Nimm ein einfaches, massives, stabiles Auto. 200 bis 300 standfeste PS reichen. Ich verstehe jetzt auch, warum hier viel mehr Mustangs (Starrachse) fahren als Corvettes (Einzelradaufhaengeung, die auch in ihrem Fahrverhalten sehr sensibel auf Veraenderungen der Spur- und Sturzwerte reagiert). Es muss ein Auto sein, dessen Vergaser sich leicht und schnell umbeduesen lassen, oder welches relativ unempfindlich gegen die grosse Hoehe und Hoehenveraenderungen ist. Vergiss rennfahren; Auf Sicht fahren, nie mehr als 85%, immer mit Öl oder Rollsplit rechnen und Du faehrst - wenn das Auto haelt - unter die ersten 30. That's it.
Nimm kein KW Fahrwerk (aber dafür die wichtigsten Ersatzteile mit......)!
So, oder so - auf keinen Fall würde ich die LCP nochmal mit dem eigenen Auto fahren. Die Angebote von Euro-Latino-Racing oder von Todd Landon sind sehr attraktiv, das angebotene Material ist solide (und vor allem rennerprobt!) - wenn also noch einmal, dann nur mit einem Leihauto.....(spart Nerven und viiiiiieeeeel Geld)


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7. und letzter Tag, Auguascalientes - Zacatecas: Die Panamericana endet für mich so beschi.....en, wie sie begonnen hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. Montezumas Rache. Die letzten 1 1/2 Stunden vor dem Start verbringe ich auf einem gewissen "Örtchen" und bin schon am ueberlegen, wer heute statt mir starten koennte, damit wenigstens das Auto in Zacatecas ankommt. Zum "Glueck" herrscht das fuer die LCP typische organisatorische Chaos: Um 8:00 sollte gestartet werden, aber vom Veranstalter ist noch keiner da. Also Startverschiebung auf 8:30. Da gibts aber noch keine Startkarten, also Verschiebung auf 9:00. Um 9:00 wirken die Medikamente, so dass wir doch starten koennen (von zwei Reiseunterbrechungen abgesehen). In der Hektik uebersehe ich auf der Anfahrt zur 1. SP zum zweiten Mal einen dieser - gefuehlt zehntausenden - Speedbumps. Trotz Notbremsung krachen wir voll drueber, die linke vordere Stabiaufhaengung bricht.
Am heutigen - letzten - Tag steht mit "La Bufa" ein weiteres Highlight auf dem Programm. Spitzengeschwindigkeiten in den Huegeln um Zacatecas von teilweise ueber 200 kmh - mit dem Sänftenfahrwerk und einem mit Spanngurt fixierten Stabilisator! Aber die Corvette laeuft wie ein Uhrwerk. Tom und sein Team haben eine tolle Vorbereitung geleistet, fuer die KW- Fahrwerksmisere koennen sie ja schliesslich nichts. Waere das nicht gewesen, haetten wir locker unter die ersten 20 fahren koennen. Hätte, wäre.....
Daniela Wagner ist nach Ihrem Vergaserbrand wieder dabei. Der Motor wurde getauscht, allerdings lief der zeitweise nicht auf allen 6 Zylindern. Das deutsche Damenteam hat eine tolle Performance gezeigt.
Thomas L., der sich mit seinem Mercedes auch kontinuierlich nach vorne gearbeitet hat, kracht in einer links 3 bergab ungluecklicherweise in die Leitschiene (zum Glueck gab's welche - ist hier nicht selbstverstaendlich - dahinter gings 100 Meter runter......). Beide Raeder auf der rechten Seite stehen schief, sieht furchterregend aus, aber der Starnberger gibt nicht auf und bewaeltigt noch zweimal La Bufa! No risk, no fun?
Schliesslich erreichen wir Zacatecas. Hätte ich vor wenigen Tagen nicht für möglich gehalten. Es ist ein tolles Gefuehl, eine tolle Stimmung, die ganze Stadt feiert. Jeder im Team ist happy, es bis Zacatecas geschafft zu haben.

Vor der grossen Abendveranstaltung - im Hotel Quinta Real, einem in eine ehemalige Stierkampfarena hineingebaute 5-Sternehotel - gehen Andrea und ich noch kurz Essen. Nach zwei, drei Bissen wird mir dermassen schwindlig und uebel, dass ich auf's Zimmer muss und sofort erschoepft in einen tiefen Schlaf falle. Die Abendveranstaltung und Siegerehrung mit riessigem Feuerwerk und lauter Musik findet ohne mich statt......
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Christian Geistdoerfer "schleicht" hier schon die ganze Woche rum, faehrt die ganze Route mit, sieht sich Sonderpruefungen an, spricht mit Fahrern und Veranstaltern. Alles "nur so aus Interesse" und "vielleicht macht er ja eine Geschichte ueber die Panamericana". Der Walter? Ne, ne, dem könne er diese chaotischen Verhaeltnisse nie und nimmer erklaeren, der wuerde da durchdrehen. Glaube ich gerne. Aber das er "nur so da ist" glaube ich nicht. Mal schauen, wer da 2012 am Start steht.

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Schon den dritten Tag laeuft die Corvette problemlos. Gott sei dank ist die Panamericana morgen zu Ende.......


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Ein Traumtag! Zuerst wieder Mil Cumbres, diesmal in die entgegengesetzte Richtung. Harry hat ueber Nacht eine zusaetzliche Blattfeder eingebaut. Das Auto faehrt sich jetzt schon viel besser. Auf SP 1 knallt der fuehrende (und Vorjahreszweite) Michel Jourdain mit seinem blauen Studebaker raus. Auf SP 2 verabschiedet sich der bislang zweitplatzierte Studebaker in die Buesche. Wir fahren weiter auf Nummer sicher und durchkommen.

Mittagspause in San Miguel de Allende. Alles schwärmt von diesem Kuenstler und Hippiedorf in den Bergen Mexicos. Wir treffen viele deutsche Aussteiger. Andrea und ich sind uns aber einig, dass wir hier nicht mal tot ueber den Zaun haengen wollen......
Nachmittags nochmals 3 SP's. Der amerikanische Mini ueberschlaegt sich boese; angeblich drei Rippenbrueche. Später stellt sich heraus, dass der Mini-Pilot bei einem waghalsigen Überholmanöver einen Volvo touchiert hat und deshalb abgeflogen ist.....Ein 54er Ford fliegt ab, einige Porsche fallen mit technischen Gebrechen aus. Ein weiterer Studebaker wird an einer Felswand verstuemmelt.....
Ziel im fantastischen Guanajuato, einer alten Silberminenstadt. Der Autoverkehr wurde aus Platzgruenden unterirdisch in die ehemaligen Silberstollen verlegt. Das ist gespenstisch und verwirrend, weil eine Orientierung unter Tage nicht einfach ist. Die Altstadt ist malerisch, die Menschen sind wie ueberall ausgesprochen freundlich. Ich bin begeistert von Mexico.
Andrea leidet im Service-Van. 10 Stunden bei grosser Hitze auf Achse. Selbst ein tolles Hotel am Abend und eine gute Flasche Rotwein hilft da nicht viel.
Die Corvette laeuft - so wie gestern - wie ein Uhrwerk. Tanken und Scheiben putzen, sonst nichts. Warum nicht von Anfang an? Ich koennte mich daran gewoehnen. Mehr und mehr waechst das Starterfeld zusammen, wir lernen viele interessante und nette Leute kennen. Englaender, Argentinier, Mexikaner, Franzosen, Amerikaner und natuerlich viele Deutsche (ueber meinen Lieblingshollaender breiten wir den Mantel des Schweigens........)
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1) Mein Lieblingshollaender hat uns jetzt doch keine Stossdaempfer verkauft. Er glaubt immer noch, sein Auto bis zum Zieleinlauf in Zacatecas reparieren zu koennen. Der Motor soll ihm hochgehen....
2) Wir fahren jetzt mexikanische Gasdruckdaempfer. Sehr komfortabel, nur nichts zum rennfahren. Fraglich ist, wie lange die Blattfeder noch durchhaelt. Das Auto wurde im Laufe des Tages merklich weicher. Wir hatten zwar heute erstmals einen problemlosen Tag, aber ich weiss nicht, ob das was wir hier tun - weiterfahren um jeden Preis - wirklich Sinn macht. Scheint so, als ob wir versuchen uns bis Zacatecas durchzureparieren. "no sleep till Zacatecas" fuer die Mechaniker und "repair till Zacatecas"...... Wir passierten heute ein Dorf Namens "El Moral" - ich mußte schmunzeln - hab ich meine Moral dort verloren? Besser ich sag' dem Tom nichts....


3) Dafuer heute ein Highlight: Mil Cumbres! Ein Klassiker der Carrera. 2 x 20 km Sonderpruefung in den Bergen, links, rechts, links, rechts ohne Unterbrechung. Selbst ohne Fahrwerk hat das Spass gemacht. Mit unserer Sänfte haben wir jeweils zwei vor uns gestartete Konkurrenten ueberholt. Erst als das Bremspedal länger wurde und die Bremse auch zu stinken begann, haben wir dann etwas zurueckgesteckt. Mann, mit einem richtigen Auto, z.B. einem 911er Porsche waere das hier der Hit! Die Corvette war sicher nicht die optimale Wahl fuer die LCP. Der Zieleinlauf in Morelia war toll. Eine wunderschoene Stadt.
4) Das schwedische Mustang Team ist auf der neutralisierten 1. Sonderpruefung des Tages mit einem Privat-PKW kollidiert. Hat boese ausgesehen. Never trust a closed road in Mexico. Das schwaebische Porsche Damenteam Wagner ist heute ausgefallen. Scheint ein Vergaserbrand gewesen zu sei, das Auto war hinten voll mit Loeschschaum. Lutz und Umberto hatten heute erst Probleme mit einer undichten Bremsleitung, dann den Motor beim zurueckschalten ueberdreht. Aber diese Ford Falcons scheinen Panzer zu sein, sie fahren schon wieder.......
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Den Samstag haben Tom und sein Team genutzt um aus VW, Nissan und Chevy- Teilen eine "neue" Hinterachse zu bauen. Gleichzeitig wurde die Lenkung ueberholt, alle Fahrwerksschrauben nachgezogen und noch so einiges andere. Die LCP ist eine Materialschlacht. Am Sonntag frueh machen wir uns auf den Weg nach Queretaro. Das Auto faehrt, das Eigenlenkverhalten der Hinterachse ist verschwunden, allerdings sind wir zu weich. An Renntempo ist nicht mehr zu denken. Ralph und Korbi machen einen Abstecher nach Puebla, um die beiden Verteiler, welche wir einfliegen ließen abzuholen.
Die Gegend ist spektakulär, die Strassen sind soso. Am Vortag erzaehlte uns ein Engländer, wie er 2008 ausgeschieden ist: Tempo 200 auf der Autobahn, und plötzlich ist diese, ohne Vorankündigung, zu Ende. Über einen 20 cm Absatz schiesst der Jag von der Highway-Asphaltbahn auf eine schlaglochübersähte Landstrasse. Der Jaguar bleibt nach 200 Metern ohne Räder in einem Feld liegen......Carrera zu Ende. Entsprechend vorsichtig sind wir unterwegs. Sonderpruefungszeiten zählen jetzt nichts mehr, ankommen ist das einzige Ziel, welches nun noch zählt.


Wir passieren den imposanten Popocatepetl. Kakteen, 5 - 7 Meter hoch, säumen ganze Berghänge. Die meiste Zeit fahren wir auf einer Hochebene ueber 2.000 Meter Meereshoehe. Der Vergaser läuft problemlos. Der Motor, welcher beim Test auf dem Timmelsjoch noch überhitzte laeuft zu kuehl (!) - wir muessen Oelkuehlerflaeche reduzieren (abkleben). Bei Puebla kommen wir an einem leicht vor sich hin rauchenden Vulkan vorbei. Mexiko ist fantastisch. Diese Weiten, diese spektakuläre Landschaft, diese ueberaus freundlichen und lebensfrohen Menschen. Einfach nur fantastisch.
Harry und Andrea sind mit dem Service-Van immer in der Nähe, haben heute aber - zumindest tagsüber - ausser fotografieren nichts zu tun.
Der Zieleinlauf im historischen Zentrum von Queretaro ist eindrucksvoll. Tausende Menschen jubeln, klatschen, schiessen Fotos von den Verrückten in ihren Oldtimern.
Es gab heute dutzende Ausfaelle, manche reparieren mehr als sie fahren. Dr. Albert Otten - ehrenamtlicher Geschaeftsfuehrer der Welthungerhilfe - hat einen bösen Unfal, bei dem der Überrollkäfig auf der Seite seiner beifahrenden Frau in Kopfhöhe an einer Verschraubung bricht und gleichzeitig den Fahrzeugboden durchstösst. Das Dach wird massiv eingedrueckt, ein Wunder, dass Frau Otten unverletzt davon kommt.
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Jetzt ist es 16:47. Tom und seine Mechaniker Crew sind schon fast 34 Stunden auf den Beinen! Deshalb fahren wir heute nirgends mehr hin. Das Auto ist jetzt wieder fahrbereit, aber die Supertruppe soll jetzt erst einmal ins Bett. Wir fahren morgen frueh dem Feld hinterher und reihen uns wieder ein.
Panamericana: Wir sind noch nicht fertig mit Dir!
Viva Mexico, partida en el nombre de dios - unterwegs im Namen des Herrn LoL


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Tom hat gerade angerufen; er meint wir fahren heute noch. Er und seine Jungs haben der Corvette eine komplett neue Hinterachse verpasst. Kein KW-Gewinde-Gelumpe, sondern Blattfedern und Stossdaempfer mit Sprungfedern - sollte halten. I hope so.....
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| Wanderer, kommst Du nach Sparta, äh Oaxaca dann verwende kein KW-Fahrwerk. Das ist zwar das teuerste, aber fuer Mexico voellig ungeeignet!
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Um 6:00 laeutet der Wecker, um 7:00 holt uns Tom ab. Die ganze Truppe (Andrea und mich ausgenommen) hat bis halb fuenf Uhr frueh geschraubt. Korbi hat eine tolle Autowerkstaette (mit Unmengen an Stossdaempfern und Blattfedern) mitten in Oaxaca gefunden, der Besitzer oeffnet Tom und laesst ihn dann die ganze Nacht allein schalten und walten. Morgens um 7:00 steht die Corvette da wie eine Eins. Auf zum Startplatz im Zentrum von Oaxaca. Volksfeststimmung, Unmengen an Menschen. Alle sind - wie ueberall in Mexico - gut gelaunt und sehr freundlich. Fast alle Teams haben ihre Autos wieder soweit repariert, bis auf meinen "hollaendischen Freund" mit der Grand Sport Corvette; haette mir ruhig seine Stossdaempfer verkaufen koennen, war so ziemlich das einzig brauchbare an dem Auto. Hoffnungsfroh starten wir in den 460 km langen Tag. Nach 10 Kilometern geben wir auf und kehren um. Die Reparatur war - trotz des enormen Einsatzes von Harry, Ralf, Korbi und Tom nicht erfolgreich. Das Auto ist um die Hinterachse extrem instabil. Sowohl beim beschleunigen als auch beim bremsen lenkt die Hinterachse mit. Unberechenbar und gefaehrlich. War's das jetzt endueltig? So richtig Panamericana-Atmosphaere haben wir ja noch gar nicht geschnueffelt. Wir fahren zurueck in die Werkstaette. Tom startet einen letzten Rettungsversuch. Bei erfolgreicher Reparatur koennten wir auf der Autobahn nach Puebla hochfahren und uns morgen wieder ins Feld einreihen......Hoffentlich klappt's, er und seine Jungs haben soviel Herzblut, Zeit (und auch Geld) in dieses Abenteuer gesteckt, waere sehr schade, wenn es vorbei waere bevor es ueberhaupt richtg begonnen haette. Allerdings ist diese Veranstaltung kein Kindergeburtstag; das ist was fuer Erwachsene. Die Carrera bricht die Autos und sie bricht die Moral. Die Belastung (nicht nur fuer das Material) ist enorm. Ein Jahr Vorbereitungszeit und unzaehlige Tests waren wohl zuwenig. Wir zahlen Anfaengerlehrgeld....

Erstaunlicherweise ist Tim Mälzer noch mit dabei. Jochen Mass ist auch draussen. Er hatte gestern Probleme mit der Benzinpumpe und musste anhalten. Waehrend seines Stops bemerkt er, dass die Halterung vom Federbein geissen ist. Haette boese ausgehen koennen, wenn das bei voller Fahrt bricht. Laesst sich aber schweissen. Heute ist er wieder im Rennen. Naja Rennen - eigentlich ist das hier mehr ein Ueberlebenswettkampf. Die Strassen sind teilweise so schlecht - Schlagloecher mit 1,5 Meter Durchmesser und 20 cm Tiefe sind nicht selten - dass bei ambitionierten Renntempo kein Auto lange haelt. Abgesehen vom fahreischen Koennen. Beim Pre-Qualifying am Donnerstag sind auf 8,7 km 5 zum Teil schwere Unfaelle passiert. Die Veranstaltung geht aber ueber 3.200 Kilometer. Mehrmals sind wir gestern and verunfallten Autos vorbei gekommen. 10 - 12 werden das schon gewesen sein.
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| Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die anderen.....
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Nach 200 km bricht uns auch das rechte hintere Federbein. Wieder folgt eine notduerftige Behelfsreparatur durch's unermuedliche Tom-Fischer-Team. Kurz zuvor haben wir Lutz mit seinem Ford Falcon auf einem Felsen geparkt gesehen. Beide Vorderraeder gut einen Meter in der Luft. Aber Lutz lacht, wie immer........ Wenigstens sind wir diesmal direkt vor einer Corona-Bar liegen geblieben. Wir - Ausnahme unsere fleissigen Mechaniker - machen es uns bei Corona, Bistecca,Tapas und Hamburgern gemuetlich. Ploetzlich brettert Lutz vorbei? Wir muessen Los, hinterher. Nach 100 km macht die geschundene Blattfeder schlapp (Federbeine haben wir hinten ja keine mehr). Die Corvette kommt auf den Abschleppwagen, Andrea - die bisher all diesen Bloedsinn mit Engelsgeduld ertraegt - und ich fahren mit dem Service-Ford voraus nach Oaxaca, ins Hotel. Der Verkehr in Oaxaca ist der Wahnsinn, wir brauchen eine gute Stunde, bis wir das Hotel finden. Waehrend wir schon duschen, organisiert der unermueliche Tom (Motto: aufgeben tun wir einen Brief.....) mit seinem Team einen Abschleppwagen und eine Werkstaette, in der sie bis morgen frueh unsere hintere Aufhaengung erneuern koennen. Um halb fuenf Uhr morgens fallen die Burschen fuer eine kurze Stunde ins Bett, dann gehts schon wieder weiter. Uebrigens: unsere Vergaserabstimmung - meine groesste Sorge - hat Harry nahezu perfekt hingebracht.


Im Hotel treffen wir die netten Englaender mit dem Jaguar Mark II aus unserem Hotel in Huatulco wieder. Sie konnten heute gar nicht erst starten, mussten das Auto mit dem Truck nach Oaxaca bringen, konnten mittlerweile aber die Benzinversorgung reparieren und sind zuversichtlich morgen starten zu koennen. Die Englaender sind schon zum zweiten Mal dabei. Beim ersten Mal haben sie ihr Auto komplett vernichtet. Jetzt haben Sie ein neues, besseres gebaut. Doch auch das haelt nicht. Lauter Verrueckte, mich eingeschlossen. Der britische Copilot stimmt dem zu, und wir begiessen das mit einer edlen Flasche Marques de Riscal.....
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Nach dem respekteinfloessenden slide im Prequalifying haben wir es heute ruhiger angehen lassen. 3.200 km liegen vor uns. Das Ziel, unser Ziel heisst Zacatecas. Auf SP 1, identisch mit dem Pre-Quali sind wir 23 Sekunden langsamer, als gestern. Aber dafuer mit viel Sicherheitsreserve unterwegs. Das ist etwa Zeit von Thomas L. vom Vortag. Damit ist klar, mit welcher Taktik die alten Hasen diesen Bewerb angehen. Abgesehen von ein paar lokalen Champs aus der mexikanischen Nascarszene, die lassen richtig fliegen. Um so ueberraschender dann: Nach 3 Sonderpruefungen bricht uns die Halterung vom linkem hinteren KW-Federbein auf der Verbindungsetappe. Panamerica 2011 vorbei? Auf einem Schrottplatz holen wir uns ein paar Teile fuer eine Notreparatur und hoppeln auf einer Blattfeder vorerst dem Feld hinterher. In SP 6 liegt die hollaendische Grand Sport Corvette auf dem Dach - Fahrer und Beifahrerin stehen zum Glueck unverletzt daneben. "A little bit too fast, just a little." Haette tot sein koennen, der Depp. Ihr braucht's aber nicht glauben, dass der - gerade mit dem Leben davon gekommene - Hollaender einen Daempfer aus seinem nutzlos gewordenen Corvette-Wrack verkaufen wuerde! "No, no, we will repair it. Tomorrow we will start again!" Gehirntrauma oder einfach nur deppert? Vermutlich beides 

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Beste Deutsche Teams: 1) Albert Otten (Nr. 379) in 4:06,2 2) GP/Tom Fischer (Nr. 361) in 4:10,4 = 110 kmh-Schnitt im mexikanischen Kurvendschungel.....
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Hipp hipp Hurra! 22. Gesamt (von 113) und 11. in der Historic C!
3 911er Porsche und 1 Nissan sind abgeflogen (angeblich auf Oel von einem Dodge-Motorplatzer)........


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20. Oktober 2011: Der Verteiler konnte adaptiert werden, wir fahren heute mit dem mechanischen. Die Mexikaner sind überaus freundlich und sympathisch; es ist ein tolles Land, eine sehr angenehme Stimmung. Alles ist easy going und sehr locker. Alle sind gut drauf und begeistert. In organisatorischer Hinsicht stellt diese Veranstaltung allerdings - gerade für mich - eine enorme Challenge dar. Mit einem Hang zur Perfektion und Genauigkeit ist man hier nämlich fehl am Platz. Man stelle sich großes Chaos vor und dann stelle man sich vor, dass in Wirklichkeit alles noch viel viel schlimmer ist. Das entspricht dann in etwa der Realitaet. Der Welcome-Cocktail findet in einem ganz anderen Hotel statt, als in den Organisationsunterlagen angegeben. Veranstalterbulletins welche eben erst vor 1 h veröffentlicht wurden, werden mündlich wieder korrigiert. Die Änderungen zum offiziellen Roadbook belaufen sich auf 7 oder 8 eng beschriebene DIN A4 Seiten. Start und Ziel von Sonderprüfung, Zeit-Kontrollen stehen irgendwo, nur nicht dort wo sie laut offiziellem Plan sein sollten.
Am späten Vormittag dann die erste Sonderprüfung; der Pre Classification Run für die Startaufstellung am morgigen Freitag. Leider bin ich das Ganze etwas übermotiviert angegangen und habe die Kupplung am Start arg in Mitleidenschaft gezogen. Zwar hat sie sich wieder erholt, aber wie lange sie noch haelt ist fraglich. Das Tempo war wohl auch etwas zu ambitioniert, wir waren einige Male hart an der Grenze, konnten dafür aber auch zwei vor uns gestartete Teilnehmer überholen. Allerdings waren wir uns anschließend einig, dass wir in dem Tempo nicht über die sieben Tage kommen wuerden. Fuer die 8,7 km haben wir 4 min 10 Sek gebraucht. Was diese Zeit wert ist, erfahren wir erst am heutigen Abend. Thomas Ledergerber war mit seinem 3,5 l V8 Mercedes, mit dem er schon einige Male teilgenommen hat 4:29 gefahren.
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| Anstatt heute einige SP's zu besichtigen und die Vergaserabstimmung weiter zu optimieren, sind wir fast den ganzen Tag gestanden und haben repariert. Der elektronische MSD-Verteiler ist gebrochen, dabei hat es dann auch einige Zuendkabel vernichtet. Unser Ersatzteil ist ein mechanischer Verteiler, welcher umfangreiche Adaptierungen erfordert. Um 20:00 abends sieht es so aus, als wuerden wir morgen bei der Pre- Classification mit dem mechanische Teil fahren koennen. In der Zwischenzeit lass' ich aus den USA jemanden mit 2 Stueck elektronischen MSD-Verteilern im Handgepäck einfliegen. Mal sehen, was als nächstes bricht......
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Wir haben die Abnahme heute im ersten Anlauf - ohne auch nur die kleinste Beanstandung - passiert! (Was einige alte Hasen nicht von sich behaupten konnten). Eine tolle Leistung von Harry! Das erste Mal dabei, ein neues Auto unter grossem Zeitdruck aufgebaut und alle - auch die technischen Kommissäre - sind begeistert von dem Auto (man kann uns aber auch nicht vorwerfen, dass wir irgendwo gespart hätten......). Jetzt muessen wir allerdings noch an der Vergaserfeinabstimmung weiterarbeiten, das läuft noch nicht so wie gewuenscht (Meereshoehe ist nicht gleich Meereshoehe, Hamburg ist nicht Huatulco).
Toll sind auch die mexikanischen Schriftenmaler. Ein junger Bursche hat uns mexikanische Flaggen und einige Schriftzüge freihändig auf's Auto gepinselt - grosse Klasse!

Was sich hier im Fahrerlager tut, ist wohl weltweit einzigartig. Gewaltige Autos, nicht alles hundertprozentig historisch wertvoll und original, aber mit grosser Begeisterung fuer den Motorsport aufgebaut und vorbereitet. Eine tolle Atmosphäre - das wird ein riessiges Volksfest - und eine sehr relaxte, lockere Stimmung. Der Doktor meinte beim Medical-Check zum leicht erhoehten Blutdruck beispielsweise: "Jeden Tag zwei, drei Margaritas, dann wird das schon." Ein Rezept auf Krankenschein wollte er dann aber doch nicht herausruecken.......
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Gestern Vormittag haben wir versucht einen Teil der abhanden gekommenen Ausruestung wieder zu beschaffen. Zum Teil aussichtslos. 32 Gb Speicherkarten sind hier "unheard of" - 4 Gb ist das hoechste der Gefuehle. Dann einkaufen im mexikanischen Supermarkt; immerhin gibts Medikamente; die sind auch weg; so wie die Kosmetika meiner Frau - echt hart fuer die Arme

Ausserdem haben wir uns mexikanische Prepaid-Handys besorgt, um den horrenden Roaminggebuehren zu entgehen. Ohne Aliendo, einem lokalen Taxifahrer und Tour-Guide, der uns dabei behilflich war, ein Ding der Unmoeglichkeit. Als Auslaender bekommst Du einfacher eine Spenderniere, als ein lokales Prepaid-Handy...... Gegen Abend sind wir die Strecke fuer den Pre-Qualifikation-run abgefahren. Geht recht flott durch den Dschungel, fast alles 1 und 2 (hier schreiben Sie von 0 bis 5, wobei 0 "voll" heisst und 5 ist eine Kehre. Guter Asphalt, viele Kuppen. Schliesslich die erste Ausfahrt mit der Corvette. Tripmaster eichen. Der Motor laeuft bei den Bedingungen hier zu mager, hier muss Harry noch ein bischen tuefteln.....aber ansonsten faehrt sich das Auto gut. Wir haben beschlossen anstelle der 50er Reifen mit den 60ern zu fahren - die Bodenfreiheit bei den Speedbumps ist sonst echt ein Problem. Teilweise rutschen wir nur auf dem Aluminiumunterbodenschutz drueber. Langsam trudeln die Teilnehmer ein. Zum Teil ist der Aufwand gigantisch. Trucks wie in der Formel 1, ein Team karrt 10 (!) Autos auf einem (1) Truck an. zum Teil gewaltiges Material, kein Kindergeburtstag. Thomas L. aus Starnberg trifft auch gegen Abend mit seinem 8 Zyl. Mercedes ein. Er hat sein Auto nach Houston/Texas bringen lassen und hat die letzten 2 Wochen damit verbracht im sogen. "Coyote Convoy" mit einigen amerikanischen Teilnehmern auf Achse (!) die rund 3.000 Kilometer von Houston nach Huatulco zurueckzulegen! Respekt. Er war ganz begeistert von dieser Tour. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach der Distanz noch so scharf auf die 3.200 Panamericana-Kilometer waere......
Wir haben ein Team aus Northern-California kennengelernt. Der Fahrer hat gut 150 Kilo, der Copilot ist - angeblich - ein ehemaliger Formel-Atlantic und Motorradrennfahrer. Es ist Ihr erstes Strassenrennen und sie sind nur hier, weil sie von der Witwe eines rennfahrenden Kollegen gebeten wurden die Asche ihres verstorbenen Mannes auf der Panamericana-Rennstrecke zu verstreuen! Waehrend der Copilot urspruenglich dachte, ok, wir mieten uns einen SUV und fahren dem Feld hinterher, hat sein Spezi begonnen einen ernstzunehmendes Rennauto zu bauen und jetzt starten die beiden im Wettbewerb. Hoffentlich hinter uns, sonst landet der Arme Kumpel noch in unserem Luftfilter......
Andrea und Korbi haben sich schon im Registration-Park umgesehen. Auf Englisch und Spanisch radebrechen Sie eine Weile mit dem Teamchef vom Euro-Latino-Racing-Team, mit dem ich mal per email im Kontakt war. Nach einiger Zeit, und nachdem er sich als "Matthias" vorstellt, entdecken die drei schliesslich, dass er Deutscher ist! Mathias Heyer, der Sohn der Torenwagen-Legende Hans Heyer (eine grosse Nummer in den Sechzigern & Siebzigern, legendaer durch seinen Tirolerhut, den er nur ablegte um einen Sturzhelm aufzusetzen). Er lebt seinen einigen Jahren in Mexico, in San Miguel de Allende, und betreibt hier ein Rennteam (welches Autos fuer die Panamericana vermietet) und bietet auch gefuehrte Motorradtouren an.
Heute steht die Abnahme auf dem Programm. Keep you posted! Bye, bye......
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